Philip Bergmann
... oder nicht sein (La Source)
Eine Tanzperformance
von Philip Bergmann / TravelLight
In seiner neuen Soloperformance „... oder nicht sein (La Source)“ beschäftigt sich der Choreograph
und Tänzer Philip Bergmann mit dem Begriff der Hyperrealität.
Hyperrealität beschreibt eine zweite, eine Parallelrealität, die künstlich erschaffen, dann aber als
neue Welt erleb- und konsumierbar gemacht wird. Dabei handelt es sich nicht um eine Nachahmung
oder eine Reproduktion des Realen, sondern vielmehr um das Zusammenfallen des Scheinbaren mit
dem Realen, des Wahren mit dem Falschen.
In „... oder nicht sein (La Source)“ überträgt der Choreograph die Idee der Hyperrealität auf eine
physische Ebene. Er erschafft eine Figur, einen hyperrealen Körper, der statt zu Sein sich im Abbild
verliert, und in der Suche nach wahrer Konsistenz immer neue Formen ausprobiert. Er taumelt
zwischen den Antipoden von Sein und Nichtsein hin- und her und versucht seine eigene Leere mit
Inhalt zu füllen.
Parallel zu dieser Figur existiert eine Geschichte, die uns von einem hyperrealen Deutschland
erzählt: chaotisch, verspielt, albern, provokativ, mündet diese in eine finale Apokalypse. Bergmann
erzeugt mit „... oder nicht sein (La Source)“ eine Metapher, die abrechnet mit der Schnelllebigkeit
unserer Welt und den darin herrschenden Absurditäten, den Medien und dem alltäglichen infantilen
Schwachsinn, der uns umgibt.
So entsteht eine Mischung aus Oberflächlichkeit und Tiefe, Ironie und Comic, bei der man nie genau
weiß, wie ernst das Nichtsein jetzt gemeint ist.
Choreographie / Tanz: Philip Bergmann
Licht: Rainer Ludwig
Musik: Robert Merdzo
Produktion: artblau Tanzwerkstatt Braunschweig
„... oder nicht sein (La Source) “ wird gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Land Niedersachsen,
Bayerischer Landesverband für Zeitgenössischen Tanz (BLZT) sowie Dansbyrån Göteborg (www.dansbyran.se) und
findet mit freundlicher Unterstützung durch i-camp/neues theater münchen statt.
Premiere: Freitag, 9. Oktober 2009, 20:30 Uhr
+ 10. / 11. Oktober, jeweils 20:30 Uhr
[ + 23./24. April 2010, 20:00 Uhr ::: Eisfabrik Hannover]
inStillen
Unsichtbar ist der Anfang der Wesen
sichtbar ihre Mitte
wieder unsichtbar ist ihr Ende
Baghavadgita
Aus unserer persönlichen Erfahrung und dem physikalischem Weltbild wissen wir, dass -
seit anfangsloser Vergangenheit nichts bis in eine endlose Zukunft so weiter existieren
wird. Alles entsteht und vergeht. Die Form bleibt nicht ewig, wie sie ist, und kann daher
nicht absolut sein. Die Existenz ist ein Prozess stetiger Veränderung, die Vergänglichkeit
dient als Grundlage für Entwicklung.
Der Choreograph Philip Bergmann und der bildende Künstler Ladislav Zajac widmen sich in
„inStillen“ dem uns umgebenden Wandel in einem poetisch-einfühlsamen Stück über die
Vergänglichkeit, den Prozess des Alterns und des Neubeginns.
"inStillen" folgt hierbei keinem linearen Handlungsverlauf, sondern läßt vielmehr phan-
tastische Klang- und Körperwelten vor den Augen des Zuschauers entstehen, die diesem
die Möglichkeit geben seine ganz eigene Deutungsmöglichkeit des Gesehenen zu
entwickeln.
Dieses Projekt wird ermöglicht durch den Bayerischen Landesverband für Zeitgenössischen Tanz
(BLTZ) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und das Land Niedersachsen
Choreographie: Philip Bergmann
Produktion: artblau-Tanzwerkstatt
Raum / Klang: Ladislav Zajac
Tanz und Inspiration: Ai Inomoto, Maura Morales, Katharina Nieradzig
Premiere: 21. Dezember 2007, 20.30 Uhr
+ 22. Dezember 2007, 20.30 Uhr
i-camp München, Entenbachstr. 37, Karten 089-650000
Über inStillen
Der Prozessgedanke des Stückes soll nicht nur durch die Mittel der Installation und der
Materialwahl zum Ausdruck kommen, sondern von den Performern und Zuschauern
selbst Besitz ergreifen und diese gleichfalls einen Prozess durchlaufen lassen.
Grundlage für die Entwicklung des choreographischen Materials ist die Body-Mind-
Centering Methode nach Bonie Bainbridge Cohen. Bewegungen werden unmittelbar
aus erfahrenen Sinneseindrücken der Beteiligten abgeleitet und rücken Grundthemen
menschlicher Existenz in den Fokus. Aus den Haltungen und Bewegungen der Tänzer
entstehen für die Zuschauer direkt nachvollziehbare Bilder, die sie mit dem eigenen
Sein und Erleben in Berührung bringen.
Neben der Körperbewegung der Tänzer und den zu hörenden Klangschwingungen wird
über die bildende Kunst von Ladioslav Zajac ein weiterer, davon unabhängig
ablaufender Prozess ins Spiel gebracht. In Auseinandersetzung mit der Arbeit von
Tänzern und Sounddesignern (und darauf zurückwirkend) entwickelt der bildende
Künstler eine eigene, sinnliche erfahrbare Stellungnahme zum Thema Existenz als
Prozess.
"inStillen" ist Bergmanns erstes abendfüllendes Tanzstück und setzt die erfolgreiche Zu-
sammenarbeit mit dem bildenden Künstler Ladislav Zajac fort, der in der ersten ge-
meinsamen Aufführung "meinland" - zu sehen in München während der Tanzplattform
Made in Bavaria im März 2007 - mit seiner mystischen Geräuschkulisse frisch
gebrannter, abkühlender Tonschalen zu faszinieren wusste.
"Der junge Philip Bergmann könnte Hoffnungsträger sein für einen neuen Tanz
der Innerlichkeit. Zum meditativ zarten " Ping-ping " zerspringender
Tonschalenglasuren ist sein "meinland " für zwei exzellente Tänzerinnen ein
kaligraphisches Poem in der Nähe des japanischen No-Theaters. "
Malve Gradinger im Münchner Merkur zur Aufführung „meinland“ am 1. März 2007
im Rahmen des Made in Bavaria Festivals
Philip Bergmann (Konzept und Choreographie)
Philip Bergmann wurde 1976 in Arnsberg (NRW) geboren. Er begann seine Ausbildung
am Gymnasium Essen-Werden, die er dann in Stuttgart an der John-Cranko-Schule
vertiefte und an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln abschloss. Er folgte dann
einer Einladung nach Kanada ans Banff Centre for the Arts, bevor er sein erstes
Engagement am Staatstheater Nürnberg unter der Leitung von Daniela Kurz antrat.
Nach mehrjähriger Solotätigkeit wechselte er 2005 zur Iceland Dance Company nach
Reykjavik (Island).
Während seiner Laufbahn als Tänzer arbeitete er u. a. mit den Choreographen Rui
Horta, Christal Pite, Steijn Celis, Jo Strömgren, Teero Saarinnen, Daniela Kurz, Jochen
Ulrich, Henning Paar, Hans van Manen, Russel Malliphant, Helena Jonsdottir, Lionel
Hoche, Vera Sander, Xin Peng Wang, Cathrin Guerin, Rami Beer und Rodolpho Leonie.
Als Choreograph begann er am Staatstheater Nürnberg, wo zwischen 2003 und 2005
drei seiner Stücke im Rahmen Junger-Choreographen-Abende uraufgeführt wurden.
Sein Duett „Still“ wurde 2005 von Gabriel Bienzchiecki, Leiter der At Marah Dance
Company Philadelphia (USA), ins Repertoire aufgenommen und Teil einer
Amerikatournee.
Seit 2005 ist Philip Bergmann freischaffend als Choreograph tätig. In der Spielzeit
2006 entstand das Solo „Salt“, das in Leipzig uraufgeführt wurde. Das Solo „Minus
Zero“, produziert von Artblau Tanzwerkstatt Braunschweig, erhielt 2006 einen Preis
beim internationalen Solowettbewerb Stuttgart und wurde anschließend an mehreren
deutschen Theatern sowie in Reykjavik (Island) beim Prototype Festival gezeigt.
Es folgte das Stück „meinland“, die erste gemeinsame Produktion mit dem bildenden
Künstler Ladislav Zajac, die im Rahmen der 4. internationalen Biennale des
Zeitgenössischen Tanzes in Würzburg im Juli 2006 uraufgeführt wurde. Weitere
Vorstellungen fanden in der Tafelhalle Nürnberg und in Plauen statt. „meinland“
eröffnete zudem am 1. März 2007 das „Made in Bavaria“ Festival in München.
Ladislav Zajac (Klanginstallation)
Ladislav Zajac wurde 1978 in Kosice in der Slowakischen Republik geboren. Sein
Kunststudium bestritt er an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei den
Professoren Diet Sayler, Claus Bury und Georg Winter. Im Jahre 2005 wird er zum
Meisterschüler ernannt. Ein DAAD Stipendium fürt ihn für zwei Jahre an die Accademia
di Belle Arti nach Palermo (Italien) in die Klasse von Professor Marcello Faletra. Im
Jahre 2005 iniziiert er das „3hoch3aktionsglomerat”, eine offene Projektgalerie.
Einzelausstellungen und Klanginstallationen Zajacs waren unter anderem im
Kunsthaus der Stadt Nürnberg, im Partheonsaal in Budapest, im Museum of Modern
Art Hünfeld, im Rosenthaltheater in Selb, im Austria Congress Center Wien, im
Podewil`schen Palais in Berlin, der Shedhalle Zürich, dem Teatro Garibaldi alla Kalsa in
Palermo und an der HCU Hiroshima zu sehen.
Für das Tanzprojekt „meinland“ in Zusammenarbeit mit Philip Bergmann entwickelt er
eine Klanginstallation. Für weitere Informationen über den Künstler besuchen sie bitte
die Webseite: www.laci.eu
Maura Morales (Tanz)
Maura Morales wurde 1973 auf Cuba geboren wo sie an der staatlichen Hochschule
Camaguey Klassisches Ballett, modern, Schauspiel und Folklore studiert. Erste
Engagements führen sie zum Ballet Nacional de Havana und an das Ballet de
Santiago de Cuba. Sie wechselt dann zum Ballet el Sodre in Montevideo/ Uruguay und
arbeitet mit der experimentellen Theatergruppe Teatro del Espacio Interior.1997
erhält sie ein Engagement am Odeon-Theater in Wien unter Erwin Piplitz und Carlos
Ikeda. In den folgenden Jahren arbeitet sie unter anderem am Theater der Klänge in
Düsseldorf, dem La Lune ensemble dem Theater Basel unter Joachim Schlömer, dem
Staatstheater Oldenburg unter Martin Stiefermann, dem Staatstheater Darmstadt
unter Mei Hong Lin und vielen freien Produktionen. Zurzeit arbeitet sie freischaffend
als Tänzerin und Choreographin und ist Preisträgerin beim „11. internationalen Solo-
Tanz-Theater-Festival“ in Stuttgart 2007 gewesen.
Ai Inomoto (Tanz)
Ai Inomoto wird 1988 in Kyoto, Japan geboren.Sie erhielt ihre Tanzausbildung am
Mariko Dance Theatre in Kyoto wo sie 2002 ihren Abschluß macht und später an der
Hochschule für Musik Köln im Studienfach Bühnentanz ihr Diplom machte. Bisher
arbeitete sie mit Choreographen wie Kenneth Tharp, Massimo Gerardi, Emanuele
Soavi, Mariko Takayasu, Amanda Miller u.a. Zurziet arbeitet sie freischaffend als
Tänzerin in Köln.
Katharina Nieradzig (Tanz)
Katharina Nieradzik wurde 1977 in Siegen geboren und studierte Bühnentanz und
Tanzpädagogik an der Folkwanghochschule Essen. Danach arbeitete sie ein Jahr in der
Studentengruppe unter Wu-Kuo-Chu unter anderem an den Wuppertaler Bühnen in
Orpheus und Eurydike. 2004 ging die Gruppe zusammen an das Staatstheater Kassel,
wo sie in Choreographien von Wu-Kuo-Chu, Min-Hwai-Lin (Cloud Gate Dance Theatre
Taiwan), Manuel Quero und zuletzt Johannes Wieland tanzte. 2006 wirkte Katharina in
der Choreographischen Werkstatt als Tänzerin und Choreographin in verschiedenen
Stücken mit. Seit August 2007 ist sie freischaffend in Köln tätig.
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Aufführungen: 7.-8. März München-i-camp, 14.+15. März Fürth-Kulturforum, 4. + 5. April Hannover-Eisfabrik, 12.+13. April - Würzburg-tanzspeicher
Eine Kooperation zwischen "Kulturforum Fürth", "i-camp" München und artblau-Tanzwerkstatt
Ein Tanzabend mit 2 Stücken von Anna Holter und Philip Bergmann
Tanz: Cecilia Wretemark, Julia Riera, Lotte Rudhart
Zwei Choreographen schließen sich zusammen, um gemeinsam einen Abend zu einem Thema zu gestalten.
In einer gemeinsamen Audition wählen sie drei TänzerInnen aus, mit denen jeder Choreograph eine Choreographie zu dem gemeinsam formulierten Thema „I have a secret“ gestaltet. Beide Arbeiten beschäftigen sich, wenn auch auf sehr unterschiedliche und individuelle Weise mit dem Thema, fokussieren Spielregeln und Kommunikation.
Philip Bergmann beschäftigt sich in seinem Beitrag mit dem Thema Symbolismus in unserer alltäglichen Bewegungssprache und dessen Wahrnehmung in unserer westlichen Gesellschaft.
In einer umfangreichen Recherche aus dem Gedächtnis und Dokumenten (Filme, Bücher, Sagen, Geschichten, Märchen) stellt er die Frage: „Was ist symbolisch an unseren Bewegungen?“ Jeder Mensch besitzt eine nahezu unbegrenzte Zahl von Symbolen, die ihm zwar bekannt sind, deren Ursprung und Bedeutung er zumeist jedoch nicht kennt. Sie enthalten etwas Unbekanntes und für uns Unsichtbares. Diesem Unbekannten und Unsichtbaren geht er in seiner Arbeit nach und erkundet den Aspekt Symbol in unserer Physis.
Anna Holters "Thema 3" ist ein Fraktal der Konstruktion triple bill. Sie dreht sich um die Ziffer 3 und operiert mit Spielregeln. Es werden Regeln entwickelt, die auf der Ziffer 3 basieren und die Tänzer auffordern, sowohl Schrittmaterial als auch Zeit und Raum aufzuteilen, um sie dann wieder aneinander zu reihen.
Beispiel: „Mach die Bewegung in drei verschiedenen Tempi, wobei die langsame Bewegung in Minute 3 und die schnellste in Minute 9 passiert.“
Die Spielregeln und die Persönlichkeiten der Tänzer bewirken, dass das Projekt offen und flexibel bleibt, bei jeder Vorstellung ein bisschen anders aussieht. Je nachdem wie die Spielkarten gemischt werden.
Dieses Projekt wird ermöglicht durch den Bayerischen Landesverband für Zeitgenössischen Tanz (BLTZ) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, dem Kulturforum Fürth und dem Land Niedersachsen im Rahmen einer Konzeptionsförderung der artblau-Tanzwerkstatt.