The End of As We Know It 2010
von und mit Lea Martini, Dennis Deter und Anja Müller
Während wir auf körperliche Spurensuche nach kollektiven Erinnerungen gingen, geschah uns ein fast zärtlicher Paradigmenwechsel. Unsere Körper rückten aus dem Fokus und der Raum, der uns umgab, trat mit erstaunlicher Sichtbarkeit hervor.
So ist uns das Theater in seiner unmittelbaren Materialität ein Gegenüber geworden, ein Raum, der flexibel und gefügig schon etlichen Umnutzungen standhielt. Der mit hunderten von Visionen und Realitäten überschrieben ist, die sichtbar und unsichtbar Spuren in seiner Textur hinterlassen haben.
Was kann er uns erzählen, wenn wir versuchen ihn einmal nicht funktional zu betrachten? Könnte er Körper sein? Ein Körper mit ganz eigenen Bedürfnissen und Geschichten? Könnten Wände Bein zeigen und der Boden sein goldenes Haar schwingen?
Treten wir zurück und werden Zeuge, wie sich die Bühne dezent vor uns entfaltet.
Lea Martini studierte an der School for New Dance Development in Amsterdam. Zusammen mit Chris Leuenberger und Julia Jadkowski gründete sie die Performancegruppe White Horse. Im Kollektiv Deter/Müller/Martini entstand letztes Jahr memor I am, ein Stück, in dem sie sich mit der körperlichen Aneignung von Bildern auseinandersetzen.
The End of As We Know ist eine Produktion von K3 Zentrum für Choreographie Tanzplan Hamburg und artblau-Tanzwerkstatt. Tanzplan Hamburg wird von Tanzplan Deutschland, einem Initiativprojekt der Kulturstiftung des Bundes, und von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert und findet in Kooperation mit Kampnagel Hamburg statt. Koproduziert vom Theater aktör&vänner Göteborg.
Photo: knipsbuex.de
Undead & Delicious 2011
Deter / Müller / Martini
Undead & Delicious, die dritte gemeinsame Produktion des Performers und Philosophen Dennis Deter und der Tänzerchoreografinnen Anja Müller und Lea Martini, folgt den Spuren, die Stars und -Sternchen oder Pop und Hochkultur in unserer Psyche und unserer Physis hinterlassen haben. Bis zum Zustand verzückter Entrücktheit gibt sich das Performance-Trio der organischen Degeneration von Körpern und Bildern hin. Kollektive Erinnerungen und Ikonen üppigster Pop- und Hochkultur sind zu Grabe getragen worden. Ihre prächtigen Leichen bleiben mit uns, ihre glorreich stoischen Körpern riechen. Wir können sie austauschen, entleeren, die Fratzen aus ihren schönen Gesichtern schneiden: immer wieder erheben sie sich und tanzen den Totentanz ewiger Simulation. Als virtuelle Zombies nehmen sie uns an die Hand, auf ihrem Weg in die Welt nach der Welt.
Choreografie & Performance: Dennis Deter, Lea Martini, Anja Müller
Musik & Performance: Tian Roteveel
Dramaturgie: Noha Ramadan - Bühne&Kostüme: Theresia Knevel - Licht: Jan Fedinger
Eine Produktion mit Hebbel am Ufer, Tanzfabrik Berlin, artblau Tanzwerkstatt Braunschweig, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds